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Oft werden Aktien als Alternative zu niedrig verzinsten Anleihen empfohlen, weil die Dividendenrenditen der meisten Aktien höher sind als die derzeitigen Zinsen. Dies ist richtig. Jedoch kann der Schuss schnell nach hinten losgehen.

Unterschied zwischen Aktien und Anleihen

Zunächst sei an fundamentale Unterschiede zwischen Anleihenkäufern (Fremdkapitalgebern) und Aktionären (Eigenkapitalgebern) erinnert. Anleihen haben eine feste und garantierte Verzinsung, zudem bekommt man zu einem vorher festgelegtem Zeitpunkt sein Kapital zurück. Bei Aktien wird man am Erfolg des Unternehmens in Form einer Dividende beteiligt. Diese wird jedes Jahr neu festgelegt. Niemand weiß, wie sich diese in Zukunft entwickelt. Sie kann höher sein, niedriger sein oder sogar komplett ausfallen. Einen Anspruch auf Rückzahlung seines Kapitals hat man nicht. Der Börsenkurs kann höher oder niedriger sein als der eigene Kaufpreis. Bei einer Firmenpleite geht man als Aktionär komplett leer aus. Anleihenbesitzer (Fremdkapitalgeber) werden vorrangig aus der Insolvenzmasse bedient. Weil diese so gut wie nie reicht, um die Anleihenbesitzer auszuzahlen, bleibt für die Aktionäre (Eigenkapitalgeber) dann nicht mehr übrig.

Wie es früher war

Normalerweise ist die Verzinsung von Anleihen höher als die Dividendenrendite. Die Kompensation für die niedrigere Dividende und das höhere Risiko bei Aktien besteht in der Chance auf Kursgewinne. Langfistig waren diese Kursgewinne im Durchschnitt immer auch so hoch, dass Aktien insgesamt besser abschnitten als Anleihen.

In der momentanen Niedrigzinsphase wird oft argumentiert, dass wenn die Dividendenrenditen deutlich höher als das Zinsniveau sind, solle man doch anstatt Anleihen gleich Aktien kaufen. Am besten eigneten sich Aktien mit hoher und auch stabiler Dividende. Das ändert jedoch nichts daran dass bestimmte Risiken weiterhin bestehen bleiben.

Dividendenänderungsrisiko

Durch eine hinreichend große Zahl von Titeln und eine Begrenzung auf solche mit hoher „Dividendenqualität“, lässt sich dieser Risiko recht gut begrenzen. Man kauft Titel, die seit vielen Jahren immer eine Dividende zahlen und diese in der Regel auch erhöhen. Drei Prozent Dividendenrendite kann man hier erwarten.

Kursrisiko

Das Kursrisko bei Aktien bleibt natürlich weiterhin bestehen. Die Kursverluste beispielsweise des DAX an einem schlechten Tag sind höher als dessen Dividendenrendite. Das heißt, dass dieser Vorteil an nur einem Tag schon wieder weg sein kann. Wer noch nie Aktien hatte, tut also auch in Zeiten wie diesen gut daran, zunächst nur einen Teil seines Geldes in Aktien anzulegen. Ein Viertel sind ein guter Richtwert.

Fazit

Es empiehlt sich sein Geld, was Aktien angeht, gar nicht viel anders anzulegen als früher. Überhaupt keine Aktien zu haben hat sich, genau so wie nur Aktien zu haben, noch nie empfohlen. So ist es auch jetzt. Auf jeden Fall ist es ratsam, seine persönliche Aktienquote zu erhöhen. Dabei sollte man es nicht übertreiben.

Bildnachweis: Flickr von Bankenverband – Bundesverband deutscher Banken, CC

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